Erfahrungen – Hitze
Durch Wechseljahre oder auch Medikamente, wie zum Beispiel für eine Antihormon-Therapie, treten Schweißausbrüche, Hitzewallungen, aufsteigende Hitze, extremes Wärmegefühl mit und ohne Übelkeit auf. Diese Liste lässt sich sicher noch individuell verlängern. Wer unter diesen Beschwerden leidet, weiß, was ich meine.
Nun zu meinen Erfahrungen und Selbstversuchen. Mir ist es gelungen, in Bezug auf die Hitzeprobleme, trotz der Antihormon-Therapie (seit Oktober 2005) ein Leben mit nur sehr geringen Beschwerden zu führen.
Gleich nach Diagnosestellung habe ich mich auf die Suche gemacht nach Möglichkeiten, meine Ernährung möglichst gesund zu gestalten. Ich habe alle Rezeptbücher, derer ich habhaft werden konnte, durchgearbeitet, auch in Hinsicht auf die Ernährungsumstellung bei Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten. Dabei bin ich u. a. auf “Das Fünf Elemente Kochbuch” von Barbara Temelie & Beatrice Trebuth gestoßen.
Anhand des Inhalts und des übersichtlichen Nahrungsmittel-Posters für die Küche habe ich das erste Mal davon erfahren, dass Nahrungsmittel kühlen oder wärmen, aber auch eine neutrale Wirkung auf mein Befinden haben können. Eine ausführliche Rezension ist unter Empfehlungen Bücher geplant.
Da es nichts außer ein bisschen Mühe kostet, zu testen, welche Nahrungsmittel kühlen, welche machen Hitze, welche haben eine neutrale Wirkung, habe ich mich ans Werk gemacht und einen eigenen Plan aufgestellt, der sich nach den, zur Zeit sicher sehr komplizierten, Bedürfnissen meines Körpers richtet. Diese Aktion war nicht einfach und auch nicht schnell fertig, jedoch hat es sich gelohnt, da ich jetzt immer einfache Möglichkeiten habe, mein Leben in einem guten Zustand zu genießen, trotz der Tabletten-Therapie. Das Nahrungsmittel-Poster ist immer wieder eine wertvolle Hilfe. Wenn ich mich in Bezug auf Hitze extrem unwohl fühle, das passiert im Eifer des Kochens, studiere ich die Tabellen erneut und entdecke oft weitere faszinierende Wirkungsweisen der Nahrung.
Ich habe auf meiner Internetseite die Kategorien “Kühlende Speisen” und “Wärmende Speisen” angelegt. Alle Versuche sind meine Versuche und daher Beispiele, wie die Wirkung aussehen kann. Jeder Körper reagiert sicher unterschiedlich. Ich wünsche mir, dass durch meine Anregungen und Aufzeichnungen viele Frauen eigene Versuche in Bezug auf die Wirkung der Nahrung starten und sich wieder wohl fühlen können in ihrer Haut.
Hier nun einige Erfahrungen und Beispiele:
Im Sommer, bei über 30 Grad im Schatten, wirkt meine Gazpacho angenehm kühlend. Die esse ich jedoch nicht im Winter, das würde meinen Körper zu kalt werden lassen. Das gesunde Mittelmaß ist die Kunst. Daher bestehen die Rezepte immer auch aus einigen wärmenden Zutaten, jedoch in ganz geringen Mengen, damit die Mischung stimmt.
Mit einigen Nahrungsmitteln habe ich anhaltende Hitzeempfindungen, ich wache z. B. nachts häufig auf oder habe am Tag ständig Schweißausbrüche. Mit diesen Zutaten gehe ich sehr vorsichtig um, d. h. ich esse sie nur in kleinen Mengen. Zum Beispiel Rosenkohl, Kokosmilch und Kokosflocken, Sambal Oelek, Hokkaido-Kürbis, Walnüsse, Meerrettich, Rapsöl, Erdnussöl, Haferflocken.
Verschiedene vegetarische Aufstriche lösen bei mir extreme Hitze aus – hier habe ich eine persönliche Liste angefertigt, welche Aufstriche ich einfach nicht mehr kaufen will.
Auch Brot kann wärmende Körner, Samen oder Öle enthalten.
Schokolade, die dunkle ohne Milch mit braunem Zucker, esse ich nicht am Abend, da Kakao sehr wärmt.
Bin ich nach dem Schwimmen im Winter ordentlich durchgefroren, wirkt ein Getreide-Kaffee angenehm wärmend, den trinke ich jedoch nicht im Sommer, wenn die heißen Außentemperaturen mir sowieso schon zu schaffen machen.
Manchmal, leide ich ungewöhnlich stark unter Hitzeempfindungen. Dann durchforsche ich meinen Kühlschrank nach Fehlern. Dabei taucht meistens irgend etwas auf, was ich zum Ausprobieren neu im Speiseplan habe. Zum Beispiel eine neue Margarine; obwohl sich in den meisten Fällen alle Zutaten nachvollziehen lassen, kann sich der Fehler in Bezug auf Hitzewirkung in der Beschreibung “Pflanzliche Öle” verbergen, denn einige Öle lösen Hitze aus. Das probiere ich einfach aus.
Sehr unterschiedlich ist die Wirkung auch, z. B. von rotem Pesto, von verschiedenen Anbietern. Es gibt eine Sorte rotes Pesto (vom Penny-Markt), die ich ohne Hitzeprobleme sehr gut vertrage. Viele andere habe ich getestet mit meistens sehr “heißem” Ergebnis.
Mein bestes “Schlafmittel” ist eine meiner Tomatensuppen zum Abendbrot. Irgendwie bringt Tomatensuppe mein Hitzeempfinden in normale Bahnen.
Ein Butterbrot (Roggenbrot) mit Tomatenmark hat eine angenehm kühlende Wirkung.
Auch meine Gerstensuppe am Abend hat kühlende Wirkung, und mein Gemüse in Aspik, als Brotbelag ein Genuss, bringt kühlenden Effekt.
Auf den ersten Blick macht mein Bericht sicher einen sehr komplizierten Eindruck. Ich sage jedoch immer: Wenn ich mich jetzt nicht damit beschäftige, was für mich gut ist, wann dann?
Einen wertvollen Hinweis habe ich noch zur Nachtruhe, die nicht möglich ist, wenn ich die falsche Zudecke oder nicht geeignete Bettwäsche benutze. Ich kann am besten durchschlafen unter der alten weißen Baumwoll-”Aussteuer”-Bettwäsche. Auch die verschiedenen Decken: Seide, Wolle dünner und dicker, brauche ich je nach Jahreszeit. Dann ist alles gut. Viel Spaß beim Ausprobieren, es lohnt sich.
Tags: Antihormon-Therapie, aufsteigende Hitze, Aussteuer-Bettwäsche, Hitzewallungen, Kühlende Speisen, Schweißausbrüche, Seide, Wärmende Speisen, Wechseljahre, Wolle