Arimidex und danach?

5 Jahre Aufgusskaffee oder
Mein Leben nach Arimidex

Die Spannung war von Angang an groß: Was wird aus mir nach Arimidex, gehen die Beschwerden zurück – wie Knochen- und Gelenkschmerzen, Hitze, verstärkt bei Aufnahme wärmender Nahrung und all die kleinen und großen “Macken” von Platzangst bis extremer Empfindlichkeit des Gehörs???

Mir ist es heute ein wichtiges Anliegen, einmal aufzuschreiben, wie das so war während Arimidex und wie meine Lebensqualität jetzt wieder zunimmt.

- Ich kann viele wärmende Nahrungsmittel (mit großem Genuss) wieder essen und trinken: scharfen Senf, Getreidekaffee, Kräutertee und Gewürztee auch abends, Ingwer, Cocosmilch in Gerichten mit wärmendem Gemüse wie Rosenkohl.

- Ich kann auch wieder unter einem Federbett schlafen – im Winter mit Biberbettbezug.

- Ich habe nicht mehr so große Platzangst in vollen Bussen und Bahnen oder auch im voll besetzten PKW auf dem Rücksitz, das war besonders im Sommer kaum zu ertragen. Ich war 5 Jahre lang sehr eingeschränkt in meiner Lebensqualität und Beweglichkeit, da ich solche Situationen möglichst vermeiden musste.

- Tomatensuppe muss ich jetzt mit Ingwer oder Knoblauch als wärmenden Zusatz ergänzen. Ich muss auch nicht mehr jeden Tag / Abend Tomatensuppe zu mir nehmen. Das reicht jetzt ab und zu. Wie schöööööön!

- Ein großer Fortschritt ist der Blutdruck – ich kann jetzt weniger Tabletten nehmen.

- “Großes Kino” finde ich auch, dass sich Cholesterin und Triglyceride wieder im Normbereich befinden, ich brauche nicht mehr extrem viele Kohlenhydrate sparen; 5 Jahre lang bestand mein Frühstück aus Gemüsesuppe und auch die Hälfte der anderen Mahlzeiten. Ich esse auch jetzt viel Gemüse, aber entspannter, da ich mit Genuss und weniger auf Wirkung esse.

- Kräfte kehren zurück, d. h. dass ich in den letzten Phasen der Arimidex-Therapie zwar durch all meine Maßnahmen recht gut “beieinander” war, ich fühlte mich jedoch immer schwächer, schaffte schon wieder einiges, war aber hinterher erschöpft und ausruhbedürftig. Das beste Beispiel war der Workshop Hospiz eine LAGO-Veranstaltung in Potsdam (Sommer 2010), zu der ich mich von einem Freund habe hin- und zurückfahren lassen – in diesem Jahr bin ich zum Vortrag Basisseminar Psychosoziale Onkologische Versorgung, auch eine LAGO-Veranstaltung in Potsdam am 8.4.2011, mit Bahn und Bus hin- und zurückgefahren.

- Als Vegetarierin und Vollwertköstlerin habe ich meine Nahrungsmittelunverträglichkeiten gut integriert, meine Kochexperimente und Artikel sind auf diesen Seiten für alle Interessierten nachzulesen.

- Sehr anstrengend war meine extreme Geräuschempfindlichkeit. Heute, 6 Monate nach Absetzen der Arimidex-Tabletten höre ich viele Dinge gar nicht, die mich enorm belastet haben, z. B. elektrische Geräusche oder auch der Großstadtlärm waren sehr viel lauter, sogar bei geschlossenem Fenster!

- Anstrengend fand ich auch den extremen Geruchssinn. Beides, Geruch und Gehör sind jetzt wieder angenehm normal wie immer.

- Gelenke und Psyche habe ich durch die Nahrung beeinflussen können. Ein Wundergemüse ist für mich Weißkohl in allen Variationen; aber auch Rotkohl und viele “alte” Gemüsesorten wie Steckrüben und Sellerie geben mir eine Menge Kraft und gute Laune.

- Gerichte, die schon unsere Mütter und Großmütter gekocht haben, gleichen viele Mängel im Körper gut aus, wie z. B. Bohnen-, Erbsen-, Linsensuppe in regelmäßigen kleineren oder größeren Abständen. Bei mir werden diese Suppen natürlich statt mit Fleisch mit Leinöl und Gemüsebrühe zubereitet. Ich koche oft bereits am frühen Morgen, dann nutze ich gleich eine Kostprobe, um die Energien in “Gang zu bringen”.

- Nicht zu vergessen, ich habe mir 5 Jahre lang Aufgusskaffee angefertigt, da ich vor Jahren plötzlich keinen Filterkaffee mehr vertragen konnte. Auch das Problem hat sich jetzt erledigt.

- Frauen können MULTITASKING! Davon war ich über Jahre weit entfernt. Das wieder zu erlangen hat mich sehr glücklich gemacht!

- Zusätzlich habe ich in diesen Jahren mein Walking-Training und auch regelmäßiges Schwimmen abwechselnd mit Gymnastik absolviert. Auch diese Maßnahmen kann ich jetzt zwar immer noch gewissenhaft aber entspannter angehen.

- Sicherlich habe ich jetzt nach 6 Monaten schon einige kleinere oder größere Problematiken und Einschränkungen vergessen, das ist auch gut so. Denn nach all der Anstrengung während dieser 5 Jahre freue ich mich jetzt, wieder mit weniger Komplikationen leben zu können.

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